Ludwigs Abenteuer – Folge 147

Ludwigs Abenteuer – Folge 147

Weiter ging meine Reise zum sechsten Besuch bei Katrin und Martin in Haltern am See. Die Ankunft war wie ein Nachhausekommen. So oft wie ich schon bei den beiden zu Besuch war, gehöre ich fast schon zur Familie. Und wie bei allen bisherigen Besuchen sollten mich auch dieses Mal wieder tolle Abenteuer und Erlebnisse erwarten. Gleich nach der Ankunft habe ich mir auch schon ein Buch über das Ruhrgebiet geschnappt und geschaut, ob ich ein lohnendes Ausflugsziel für das kommende Wochende entdecken kann.

Gleich am nächsten Tag ging es nach einem stärkenden Lebkuchen gemeinsam mit Martin zum THW. Ich durfte dabei helfen, im „ZTr MTW“ ein modernes Mobilfunkmodem einzubauen. Vorher hat Martin mir erklärt, dass dieses Fahrzeug quasi die „Einsatzleitung“ ist. Dort werden Lagekarten geführt, dort läuft die Kommunikation zusammen, Kräfte werden von dort aus nachgefordert oder in Ruhe geschickt, Aufträge verteilt, koordiniert und vieles andere. Dazu gibt es auch einen Funkplatz, an dem im Einsatz immer eine Person sitzt, die mit allen Einheiten Verbindung hält.

Einen Tag später hat Martin mir eine Kettensäge besorgt. Da er gerade eine Qualifikation zum “Motorkettensägenführer im Einsatz“ gemacht hat, und ich unbedingt dabei sein wollte, brauchte ich dafür natürlich auch eine Kettensäge. Die musste auch erstmal ausprobiert werden. Nach getaner Sägearbeit wurde dann kräftig gefuttert. Der Papa von Katrin hatte eine große Portion Reibekuchen gebacken, um die ich mich kümmern musste.

Samstags sind wir dann in den Rombergpark nach Dortmund gefahren. Wir – das waren Katrin, ihre Freundin Conni und ich. Dort haben wir uns von bunten Bäumen und Blumen auf den bevorstehenden Urlaub einstimmen lassen. Und eine Kaffeepause war natürlich auch eingeplant. Nach der Kaffeepause habe ich einen interessanten Laubhaufen entdeckt, in dem man wunderbar herumspringen konnte. Das hat Spaß gemacht.  Und dann haben wir im Park noch einen Turm entdeckt, der selbstverständlich von allen Seiten begutachtet werden musste.

Am Sonntag habe ich Katrin beim Basteln ihres Dorfadventskalenders geholfen. Dabei habe ich mich kurzfristig in einem Band verheddert, aber Katrin hat mich schnell wieder befreien können.
Nach der Bastelarbeit haben wir uns Martin geschnappt und sind gemeinsam zum Wasserschloss Lembeck gefahren. Aber dort gab es nichts zu sehen – das Schloss war quasi schon in der Winterruhe. Also sind wir weiter zum Wasserschloss Raesfeld. Dort sind wir ein wenig umherspaziert und haben uns alles angeschaut. Auch das Dörfchen „Freiheit“, das direkt am Schloss gelegen ist. Da gab es leckeren Kuchen!

In der folgenden Woche habe ich Martin mehrfach zur Arbeit begleitet und ihm dort beispielsweise bei Aufbau von Tests geholfen. Seine Arbeit kannte ich schon von meinen vorherigen Besuchen, und so war keine Einarbeitung erforderlich.

An einem Abend war dann die theoretische Prüfung für Qualifikation zum Motorkettensägenführer. Ich konnte dabei helfen, indem ich die Prüfungsbögen nochmal kontrolliert habe, bevor Martin sie abgab. Deswegen hatte er dann auch Null(!!!) Fehler. Die praktische Prüfung sollte dann später an einem anderen Tag noch folgen.

An einem Tag in dieser Arbeitswoche kam ein Einsatzalarm vom THW, während wir noch bei der Arbeit waren. Das Alarmstichwort war „Deichbruch“. Es musste schnell gehen, wie das bei einem Einsatzalarm nun mal ist. Da ich keinen eigenen Spind in der Unterkunft vom THW habe, konnte ich auch keine PSA (Persönliche SchutzAusrüstung) anlegen, und war deswegen ein wenig eingeschränkt im Einsatz. Ich denke, da müssen wir noch dran arbeiten. Zum einen bräuchte ich einen eigenen Einsatzanzug. Einen Helm habe ich ja schon. Und vielleicht auch einen Spind, damit die Ausrüstung auch da ist, wenn es zum Einsatz kommt…
Bei der Einrichtung der Einsatzleitstelle konnte ich dennoch helfen, denn da braucht man grundsätzlich keinen Helm und keinen Schutzanzug. Es war aber dennoch eine Schlammschlacht, und ich war froh, dass ich bei Martin in die Tasche schlüpfen konnte. Der Schlamm im Löwenfell wäre echt schlecht zu entfernen gewesen. In der Folgezeit habe ich dem S6 beim Aufbau der Kommunikation geholfen. Es gibt in einer Einsatzleitung die Funktionen S1 (Personal), S2 (Lage), S3 (Einsatz), S4 (Versorgung), S5 (Presse), S6 (Kommunikation) und ein paar mehr. Da ich den Funkplatz schon kannte, konnte ich dem S6 unter die Arme greifen. Da dieser Einsatz relativ klein war, wurden die Funktionen zusammengefasst. Es waren also nicht so viele Leute im Einsatz und der S6 musste auch S21 (Einsatztagebuch) und S2 machen. Ich habe also auch bei der Lagekarte helfen können. Zwischendurch habe ich mich auch nett mit den Helferinnen unterhalten können, die zur Einsatzleitung kamen, weil man da mal im warmen sitzen konnte und es Kaffee gab. Nachts um 3 Uhr wurden wir mit frisch gebratenen Frikadellen versorgt, die der S4 besorgt hatte.
Nach dem 20-Stunden-Einsatz habe ich noch mitgeholfen, alles Gerät wieder sauber zu machen und die Einsatzfähigkeit wieder herzustellen. Denn auch wenn man eigentlich nur müde ins Bett fallen möchte, man weiß nie, wann der nächste Einsatz kommt.

Martin musste direkt nach dem Einsatz wieder zur Arbeit. Ich bin bei Katrin geblieben und habe mit ihr den Dorfadventskalender fertiggestellt. Zwischendurch habe ich ein Bad in einem Schokobällebad genommen.

Dann kam ein Tag, der hatte es in sich: erst die praktische Prüfung Motorkettensägenführer und abends noch Kultur im Theater. Aber der Reihe nach…
Es ging morgens sehr früh raus um die praktische Prüfung zu absolvieren. Im Übungsgebiet angekommen herrschte eine wunderschöne Morgenstimmung, aber wir hatten keine Zeit, um die ausgiebig zu genießen. Grundsätzlich geht es beim Einsatz der Motorkettensäge ja darum, akute Gefahren für Menschen und Eigentum durch Bäume zu beseitigen. Und zwar dann, wenn normalerweise alle wegrennen und sagen „das ist zu gefährlich“. Wenn also ein Baum auf ein Auto gefallen ist und da noch Menschen drin sind, dann muss es einerseits schnell gehen und zum andererseits darf aber auch keine weitere Person durch die Rettung gefährdet sein. Und beides gleichermaßen zu berücksichtigen ist nicht so einfach wie es aussieht. Denn zum Beispiel so ein Wurzelteller eines Baumes ist sehr schwer and hat viel Kraft. Genauso wie jeder einzelne Ast des Baumes oder der Stamm selbst, der unter Spannung steht. Nicht ohne Grund sagt man grundsätzlich, dass umgekippte Bäume durch Sturm erst bei gutem Wetter und dann nur mit entsprechendem Gerät angefasst werden sollen. Wenn da aber Menschen in Gefahr sind, dann kann man nicht auf besseres Wetter warten. Deswegen braucht es nicht nur eine besondere Ausbildung, um in solchen Situationen Bäume zu sägen, sondern es ist auch sehr gefährlich. Es sind schon einige Helfer dabei schwer verletzt worden. Man muss die Risiken kennen, damit man anderen Menschen helfen kann. Am Prüfungstag hat also jeder Prüfling (Martin und ich durften allerdings gemeinsam die Prüfung ablegen) eine Aufgabe bekommen, die auf den ersten Blick nach „das geht nicht“ aussah. Wie der Baum auf dem Auto mit Menschen drin, der einen großen Wurzelteller hat. Wurzelteller absägen? Dann fällt der zurück und der Baum drückt das Auto weiter ein. Krone zurückschneiden? Dann kann der ganze Baum mit Wurzelteller hochschlagen und dabei Menschen auf der anderen Seite verletzen, usw. usw..
Wir haben unsere Aufgabe bekommen und Martin und ich haben darüber gegrübelt, wie wir das Problem lösen könnten. Im Unterschied zum Einsatz hat man in der Prüfung viel mehr Zeit, um nachzudenken. Denn es sind ja nicht wirklich Menschenleben in Gefahr. Wobei das so nicht stimmt. Wir mussten ein paarmal rennen, um nicht verletzt zu werden. Da hatten Prüflinge Fehler gemacht (und sind deswegen auch durchgefallen). Als Martin und ich uns auf eine Strategie geeinigt hatten, ging es dann los. In Rekordzeit hatten wir die Aufgabe perfekt gelöst und konnten quasi die „Zigarette danach“ rauchen. Es hat alles perfekt funktioniert. Ganz entspannt konnten wir uns dann noch die anderen Prüflinge anschauen.
Martin und ich dürfen uns jetzt also offiziell selbst in Gefahr begeben, um in Zukunft Menschen zu retten, wenn die bei Sturm oder sonst was durch Bäume gefährdet werden.
Nach frisch bestandener Prüfung durfte ich dann mit Katrin und Conni abends in ein Ruhrgebietstheater fahren und dort eine Aufführung des „Ruhrfaust“ anschauen. Das war wirklich sehenswert. Und zur Feier der bestandenen Prüfung gab es auch noch ein großes Bier für mich ganz alleine.

Normalerweise wäre nach so einem anstrengenden Tag ein Tag Ruhepause zum Erholen ganz gut gewesen. Aber wir hatten andere Pläne. Schon früh am nächsten Morgen haben wir uns auf den Weg in den Urlaub gemacht. Mit dem Auto ging es Richtung Norden an die Nordseeküste und nach einer Zwischenübernachtung und leckerem Frühstück mit der Fähre weiter nach Helgoland.

Wir sind dann zwei Wochen auf Helgoland geblieben. Das war reichlich Zeit für unsere geplanten Unternehmungen, sodass wir auch ausreichend Zeit für Erholung und Entspannung hatten.

Eine unserer ersten Missionen bestand darin, am Strand nach den Robben Ausschau zu halten. Zu dieser Jahreszeit bringen sie nämlich ihren Nachwuchs zu Welt. Und es hat auch nicht lange gedauert, bis wir die ersten Robbenbabys zu Gesicht bekommen haben. Natürlich sind wir nicht zu nah an sie herangegangen, denn wir wollten ja nicht stören. Aber zum Glück – oder war es einfach gute Vorbereitung? – hatten wir auch ein Fernglas dabei.

Das Wetter auf Helgoland hat sich in den zwei Wochen sehr abwechslungsreich gezeigt. Da war wirklich alles dabei. Sturm, Regen, Sonnenschein und sogar Schnee. Aber kein Wetter konnte uns davon abhalten, auf der Insel unterwegs zu sein. Bei Sturm war ich selbstverständlich gut gesichert, damit ich nicht davonfliege. Und das Baumeln im starken Wind hat sogar Spaß gemacht. Nach dem Schneefall konnte ich es mir nicht nehmen lassen, einen kleinen Schneemann zu bauen, ein paar Schneeengel zu machen und anschließend mit einem provisorischen Schlitten einen Hang hinabzusausen. Wintersport auf Helgoland  – das hätte ich vor dem Urlaub nun wirklich nicht erwartet.
Aber am meisten haben wir es genossen, wenn wir bei Sonnenschein unterwegs sein konnten. Da war dann auch der Wind vollkommen egal. Ich war ja mit meiner Expeditionsjacke auch entsprechend gut ausgestattet, damit ich bei Wind nicht frieren musste.

Apropos Expeditionsjacke – wir haben auf der Insel sogar jemanden getroffen, die für Hurtigruten arbeitet und ihre Arbeitsjacke getragen hat. Da mussten wir natürlich ein gemeinsames Foto machen.

Auch wenn das Wetter auf Helgoland ganz schlecht ist, kann man dort etwas unternehmen. So haben wir zum Beispiel den Bunkerstollen der Insel besichtigt und viel über seinen Bau und seine Nutzung erfahren.
Und auch dem Museum Helgoland haben wir einen Besuch abgestattet. Dort gab es unter anderem einen interessanten Film zur Sturmfahrt der MS Funny Girl und die Geschichte des Rettungsbootes Adolph Bermpohl. Beides sehr spannend.

Eine weitere Möglichkeit, um Schlechtwetterphasen zu überbrücken, waren Spiele- und Fernsehnachmittage bzw. -abende in der Ferienwohnung.

Egal wie oft man schon auf Helgoland war, ein Spaziergang mit Aussicht auf die Lange Anna muss immer sein. Und wenn man zwei Wochen auf der Insel ist, dann macht man das auch öfter als einmal.

Auch kulinarisch hat der Aufenthalt auf Helgoland viel geboten. Verhungern musste ich nun wirklich nicht – und das will bei mir schon etwas heißen. Regelmäßig Kuchen oder Torte am Nachmittag und abends was Schmackhaftes auf den Teller. So kann man es als Reiselöwe im Urlaub schon gut aushalten.

An einem der letzten Tage auf Helgoland sind wir noch zum Nordstrand, weil ich dort gerne ein bisschen Meerglas suchen wollte. Außerdem fand ich es schon etwas besonders, bei Schnee am Strand zu sein.

Und dann wurde es schon wieder Zeit, Abschied von Helgoland zu nehmen und zurück ins Ruhrgebiet zu fahren. Nach der Rückkehr nach Haltern am See hatte ich auch nur noch einen gemeinsamen Tag mit Katrin und Martin, bevor auch mein Besuch bei ihnen enden musste. Katrin habe ich noch geholfen, die Päckchen des Dorfadventskalenders aufzustellen und die ersten davon auch auszupacken. Dann durfte ich mir noch einen Stein und ein Stück Meerglas vom Helgolandurlaub als Souvenir aussuchen und danach wurde es schon Zeit, um sich zu verabschieden. Anschließend habe ich es mir für die nächste Etappe meiner Reise im Reisekistchen bequem gemacht.

Bye, bye Katrin und Martin. Es war wie immer sehr schön bei euch. Ich freue mich schon auf den nächsten Sommer. Dann bin ich schon wieder da…


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Aktueller Reise- und Berichtsstatus

12. Twitter-Reise, 1. Station

Ludwig ist zu Gast bei @beobachter5081 in Lörrach. Die Weiterreise ist für den 04.03.2024 geplant. Dann geht es weiter zu @KauaGC nach Hamm.

-0- Reisebericht(e) ausstehend.

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Neueste Kommentare
  1. Hallo und Guten Morgen ☕🥞🥐, Ludwig_Loewe du warst ja in meiner Geburtsstadt Heidelberg 😻 wohne da ja so 20km entfernt.