Ludwigs Abenteuer – Folge 139

Ludwigs Abenteuer – Folge 139

Nach dem kurzen Aufenthalt zuhause startete meine 11. Twitter-Reise mit einem Besuch bei Piri. Wie schon gewohnt wurde ich im Büro zugestellt. Dort freute sich nicht nur Piri über meine Ankunft, sondern auch ihre Kolleginnen – die mich ja auch schon zum Teil kannten – waren ganz begeistert, mich wiederzusehen. Es gab ein paar Kleinigkeiten zu essen und ansonsten habe ich Piri einfach bei der Arbeit beobachtet. Den ersten Abend habe ich komplett mit Jo verbracht. Wir hatten uns viel zu erzählen. Ich berichtete von meinen vergangenen Abenteuern, und er erzählte, was während meines Besuches so alles auf dem Programm stehen würde. Zwischendurch wurde noch kurz das Abendessen weggefräst. Das ging so schnell, dass Piri nicht mal ein Foto machen konnte.

Am nächsten Tag habe ich Piri dazu genötigt, mal etwas Ordentliches an Futter auf den Tisch zu stellen. Nichts Veganes – also eine ordentliche Portion Fleisch. Wir haben uns dann auf ein köstliches Lamm-Gericht geeinigt. Das haben wir gemeinsam zubereitet und anschließend auch gemeinsam gefuttert. Also ich natürlich das meiste davon.

Piri ist ein großer Fan der Oscar-Verleihung. Also haben wir uns am Oscar-Abend mit Chips ausgestattet und die Nacht vor dem Fernseher verbracht. Piri war den nächsten Tag auf der Arbeit ganz schön fertig. Zum Glück konnte ich mich dauerhaft ausruhen.

In den kommenden eineinhalb Wochen habe ich Piri regelmäßig zur Arbeit begleitet und beobachtet, ob sie ihren Job auch ordentlich macht. Mal sind wir mit dem Auto zur Arbeit und zurück, mal mit dem Bus. Es geht doch nichts über ein bisschen Abwechslung. Für meine Aufsehertätigkeit wurde ich meist zur Mittagszeit mit leckeren Snacks belohnt. Auch wenn die meist vegetarisch waren, waren die ganz gut. Aber mit Fleisch schmeckt es mir natürlich besser. Da war die Mantaplatte ein richtiges Highlight, das mich regelrecht ins Fresskoma gebracht hat.

Jo ging es leider nicht ganz so gut wie mir. Er musste tatsächlich an einem Tag ins Waschkaraussell rein. Beim Trocknen auf der Heizung habe ich ihm gut zugeredet. Schließlich sollte es für einen guten Zweck sein – die kommende Urlaubsreise.

So langsam stieg die Spannung. Die heißersehnte Reise stand nun kurz bevor. Koffer packen, darüber nachdenken, ob man wirklich an alles gedacht hat, die wichtigste Kleidung nochmal anprobieren ob sie denn noch passt… Viele Dinge mussten noch erledigt werden.

Dann ging es endlich los. Von Bielefeld aus erstmal mit dem Zug nach Frankfurt. Leider langsamer als geplant, denn es gab eine Streckensperrung. Aber zum Glück hatte Piri eine Unmenge an Zeitpuffer eingeplant. Früh genug konnten wir dann am Gate Platz nehmen. Während Jo es vorzog, lieber im Handgepäck zu bleiben, habe ich den Flug natürlich nicht in einer Tasche verbracht. Schließlich gibt es ja auch Snacks während des Fluges. Die wollte ich nicht verpassen. Außerdem macht es mir immer Freude, während des Fluges aus dem Fenster zu schauen. Der Nachtflug ging von Frankfurt aus über Madrid und die Meerenge von Gibraltar Richtung Südamerika. Am Morgen kamen wir dann in Buenos Aires an, wo wir erstmal unser Hotelzimmer bezogen haben.

Buenos Aires war ja nur ein Zwischenziel, deswegen hatten wir nicht lange Zeit, aber ein bisschen in der Stadt konnten wir uns schon umschauen. Das Highlight unseres kleinen Stadtrundgangs war der Präsidentenpalast. Wir konnten ihn zwar nur von außen bewundern, aber das war nicht so schlimm. Ich glaube, der Präsident hätte uns sowieso nicht persönlich empfangen. In unmittelbarer Nähe des Präsidentenpalastes ist die Kathedrale, in der der heutige Papst früher seinen Sitz hatte. Dort haben wir uns auch ein bisschen umgesehen.

Nach einer wirklich kurzen Nacht ging es schon morgens um 03.30 Uhr wieder Richtung Flughafen. Ein Inlandsflug nach Ushuaia. Irgendwie kam mir der ganze Reiseablauf doch etwas bekannt vor. Es ist ja noch gar nicht so lange her, dass ich mit Katrin und Martin dieselbe Route geflogen bin. Und auch dieses Mal sollte in Ushuaia ja ein Schiff von Hurtigruten auf uns warten. Da wir aber ja wieder über Nacht geflogen waren, kamen wir schon morgens an und konnten deswegen auch noch ein bisschen die Gegend erkunden. Mit dem Bus ging es zum Beagle Channel und in den Nationalpark Tierra del Fuego. Dort sind wir ans Ufer des Lago Roca. Es ist wirklich beeindruckend. Man sitzt am Ufer des Sees in Argentinien und sieht im Hintergrund die schneebedeckten Berge in Chile.
Nachdem ich ein paar erste Kontakte zu Mitreisenden geknüpft hatte, ging es nachmittags dann endlich zum Schiff und wir haben unsere Kabine auf der Roald Amundsen bezogen. Sehr bequem die Betten. Aber es war noch keine Schlafenszeit, denn das erste Auslaufen des Schiffes darf man bei einer Seereise nicht verpassen. Also wieder raus aus den Federn und nach dem Abendessen an Deck…

Nach der ersten Nacht auf dem Schiff ging zum legendären Kap Hoorn. Es ist eine Landzunge auf der Insel Hornos und bildet den südlichsten Punkt des südamerikanischen Kontinents. Hier treffen Atlantik und Pazifik aufeinander und früher – als es den Panama-Kanal noch nicht gab – mussten alle Schiffe hier vorbei, die vom Pazifik in den Atlantik oder umgekehrt fahren wollten.
Die See ist rund um Kap Hoorn oft sehr rau und daher ist es nicht selbstverständlich, dass man dort an Land gehen kann. Wir hatten Glück und konnten es an diesem Tag machen. Also ab in die Zodiacs (Schlauchboote) und rauf auf die Insel. Wie die Lemminge sind wir viele Stufen hinauf auf den Hügel gestiegen, um von dort aus die Aussicht zu genießen und einfach stolz zu sein, das Kap Hoorn besucht zu haben.
Da Landausflüge bekanntlich hungrig machen durfte nach der Rückkehr aufs Schiff ein ausgiebiges Futter nicht fehlen.

Von Kap Hoorn aus ging es wieder zurück Richtung Ushuaia. Sollte die Seereise nach zwei Tagen schon vorbei sein? Natürlich nicht – denn wir fuhren nicht bis nach Ushuaia, sondern machten Halt in Puerto Williams. Dort waren wir am Vortag schon vorbeigefahren. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, diese beiden Stationen der Reise zu tauschen? Naja, es wird Gründe gegeben haben…
In Puerto Williams sind wir einige Zeit umherspaziert und haben uns alles genau angeschaut. Eine kleine Stadt mit ruhiger Atmosphäre. Entstanden ist die Stadt übrigens aus einem militärischen Außenposten entstanden, der hier einen Marinestützpunkt beheimatet.

Nach der Weiterfahrt durch den Beagle-Kanal – vorbei an Ushuaia – erreichten wir am nächsten Tag den Pia-Gletscher. Es war nicht der erste Gletscher, den wir zu sehen bekamen, aber hier durften wir von Bord. Bewaffnet mit Stöcken ging es nach dem Übersetzen mit den Zodiacs auf das schwierige Gelände. Eine wirklich beeindrucken Szenerie. Da der Gletscher in der Nacht frisch gekalbt hatte, also ein Stück ins Wasser abgebrochen war, war das Wasser voll mit Eisbrocken in allen möglichen Größen. Wir ich mir habe erklären lassen aber für Cocktails eher ungeeignet diese Eiswürfel.
Wir sind dann noch in den Garibaldi Fjord hineingefahren. Ich konnte wunderbar für ein Foto posieren und habe Piri mal etwas Ruhe beim Essen gegönnt.

Nach einem Seetag haben wir Puerto Natales angesteuert. Um dorthin zu gelangen, muss man durch eine nur 80 Meter breite Meerenge. Mit einem so großen Schiff gar nicht so einfach und nur bei Tageslicht und Ebbe möglich. Im Nationalpark Torres del Paine haben wir unter anderem eine riesige Faultier-Höhle erforscht, einen Salzsee besucht und selbstverständlich auch die Namensgeber des Nationalparks ganz aus der Nähe bewundert – die Torres del Paine. Das sind drei nadelartige Granitberge mit einer Höhe von bis zu 2.850 Metern. Eine fantastische Kulisse.

Die abenteuerliche Seereise ging dann weiter an verschiedenen Gletschern vorbei. Wegen des schlechter gewordenen Wetters (Wind und Regen) haben wir die aber nur vom großen Schiff aus angeschaut.

In Tortel ging es dann mal wieder an Land. Auf glitschigen Holzstegen ging es am Ufer entlang mit schönen Aussichten auf die Landschaft und das Schiff. Die Fuchsien haben Piri besonders gut gefallen und ich durfte da auch ganz nah ran.

Den nächsten Landgang haben wir auf der Insel Chiloé gemacht und den gleichnamigen Nationalpark besucht. Dort gab es Pflanzen mit riesigen Blättern. Die haben mich wirklich fasziniert. Piri hat aber sofort darauf hingewiesen, dass die als Souvenir nicht infrage kommen. Aus dem Nationalpark darf man selbstverständlich nichts mit nach Hause nehmen.

Die nächste Station der Reise war Valdivia. Dort habe ich mich mit einem Seelöwen angefreundet.

Schon obligatorisch bei einer Reise mit Hurtigruten ist ein Besuch auf der Brücke, um den Kapitän persönlich kennenzulernen und kurzzeitig das Kommando zu übernehmen. Den Platz des Kapitäns konnte ich dieses Mal jedoch nicht probesitzen, da die zweite Offizierin ihn nicht für mich freimachen wollte. Aber zum Glück gibt es auf der Brücke ja noch mehr Sitzgelegenheiten, auf denen man wichtig aussehen kann.

Einen Tag später haben wir dann den letzten Hafen der Reise erreicht: Valparaiso. Von dort aus sind wir mit dem Bus nach Santiago zum Flughafen gefahren worden. Also Abschiednehmen von Südamerika und den langen Rückweg nach Deutschland antreten.

Nach dem Flug quer über den südamerikanischen Kontinent, den Atlantik und Westeuropa sind wir wohlbehalten in Frankfurt gelandet. Auf den Koffer mussten wir einige Zeit warten und sind dann zum Bahnhof, wo wir prompt in den falschen Zug eingestiegen sind, da unserer das Gleis gewechselt hatte. War aber nicht schlimm, denn so waren wir sogar früher als geplant zurück in Bielefeld.
Nach einer vom Jetlag geprägten Nacht hieß es für mich dann leider auch schon Abschied von Piri und Jo zu nehmen. Nachdem Jo geprüft hatte, dass es für mich im Reisekistchen bequem war ging es für mich auf die nächste Etappe meiner Reise.

Es war wieder ein großes Vergnügen und Abenteuer, Piri und Jo auf große Reise zu begleiten. Wieder einmal unvergessliche Eindrücke in fernen Ländern. Vielen Dank dafür!


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12. Twitter-Reise, 4. Station

Ludwig ist zu Gast bei @Roehrberto in Ulm. Die Weiterreise ist für den 03.06.2024 geplant. Dann geht es weiter zu @Diana23577 nach Remscheid.

-0- Reisebericht(e) ausstehend.

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Neueste Kommentare
  1. Hallo und Guten Morgen ☕🥞🥐, Ludwig_Loewe du warst ja in meiner Geburtsstadt Heidelberg 😻 wohne da ja so 20km entfernt.