Ludwigs Abenteuer – Folge 182
Von Ottokar aus ging es weiter zu den Häkels nach Wettenberg, bei denen ich nun auch schon zum dritten Mal zu Gast sein durfte.
Da bei meiner Ankunft mit meinem Reiseunternehmer niemand zuhause war, um das Reisekistchen in Empfang zu nehmen, wurde ich an einem Abstellort deponiert. Das verursacht bei mir ja immer ein bisschen Unbehagen. Ist das wirklich sicher? In diesem Fall zum Glück ja, denn irgendwann wurde das Reisekistchen geöffnet und ich wurde herzlich begrüßt. Manni und Afrolöwe waren besonders stürmisch und kamen gleich angerannt.
Es gab danach auch gleich einiges zu tun für mich. Mit den Menschen das Auto zur Werkstatt bringen, um es fit für den Urlaub machen zu lassen, gemeinsam meinen übriggebliebenen Reiseproviant vernaschen und abends an der Videokonferenz einer Stadtratsfraktion teilnehmen, bei der ich mich gelegentlich unauffällig ins Bild gemogelt habe.



Das nächste Projekt war ein Kaffeevollautomat, der zur Reparatur in ein entsprechendes Fachgeschäft gebracht werden musste. Dort wurde mir die Teilnahme an einem Seminar für Barista angeboten, aber ich hatte in den kommenden Tagen ja schon andere Pläne – vielleicht ein anderes Mal.
Es musste dann noch umgepackt werden – vom Reisekistchen in die Urlaubstasche, denn mit den Häkels sollte es in den gemeinsamen Urlaub gehen.



Und schon war es so weit: Aufbruch zur Urlaubsreise mit dem Auto, dass von den Häkels immer Töfftöff genannt wird. Wir fuhren am Vormittag los und erreichten nach etwas weniger als zweieinhalb Stunden unser erstes Zwischenziel – Ettlingen. Dort waren wir zu einem kleinen Plüschietreffen verabredet, und zwar mit Jan und seinen sieben Plüschhaien. Gemeinsam haben wir eine Kleinigkeit zu Mittag gegessen und geplaudert. Da wir aber nicht unendlich Zeit und stattdessen einen weiteren Termin hatten, mussten wir zügig wieder auf die Autobahn, um unsere Reise fortzusetzen. Gemeinsam mit Manni habe ich mich übrigens um die korrekte Navigation gekümmert und daher meinen Platz in unmittelbarer Nähe zum Navigationsgerät eingenommen.
Nach weiteren zweieinhalb Stunden kamen wir an unserem Übernachtungsort an. Dort kam es mir gleich ziemlich bekannt vor. Kein Wunder, denn wir waren in Lörrach aka Mammuthausen. Nach dem Einchecken im Hotel und dem Beziehen des Zimmers sind wir direkt wieder aufgebrochen und sind in ein italienisches Restaurant gegangen. Wir saßen kaum an unserem Tisch, da kamen auch schon die Mammuts mit ihrem Menschen hereinspaziert und gesellten sich zu uns. Was für eine tolle Überraschung. Bis zum späten Abend haben wir dann geplaudert, Geschichten ausgetauscht und lecker gegessen. Da auch der schönste Abend irgendwann zu Ende geht, war es dann langsam Zeit, um ins Hotel zurückzukehren. Schließlich sollte unsere Reise ja am nächsten Morgen weitergehen.









Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wollten wir dann weiterfahren. Aber es gab eine böse Überraschung. Das Töfftöff gab keinen Muchs von sich und wollte nicht anspringen. Die Menschen der Häkels hatten einen schlimmen Fehler gemacht. Sie hatten eine elektrische Kühlbox über Nacht im Auto angeschlossen, und die hat die gesamte Batterie leergesaugt. Der Pannendienst hatte aber natürlich eine schnelle Lösung parat. Mit der Hilfe von Manni, mir und einem Booster wurde der Wagen gestartet und so konnten wir dann endlich weiter. Nach wenigen Kilometern überquerten wir die französische Grenze und waren zumindest schon im richtigen Land angekommen. Nach Zwischenhalten an den Raststätten Aire de Dole Romangne und Aire du Drace mit Kaffee und Snacks erreichten wir dann am späten Nachmittag unser Urlaubsziel: St. Jean de Touslas. Dort hatten die Menschen ein Ferienhaus für die kommenden Tage angemietet. Für die Häkels und mich stand nach der Ankunft die Suche nach einem schönen Plätzchen im Haus ganz oben auf der Liste.
Dann mussten noch schnell ein paar Vorräte gekauft werden und es gab das erste Abendessen im Ferienhaus. Es waren übrigens Spaghetti mit Tomatensoße und zum Nachtisch ein Eishörnchen.
Und ich nehme es hier gleich mal vorweg: auch bei den französischen Metzgern ist Zebra nur schwer -oder eigentlich überhaupt nicht- zu bekommen.






Am nächsten Morgen wurde erstmal ordentlich ausgeschlafen. Danach gab es Frühstück und dann haben wir erstmal das Ferienhaus ordentlich erkundet. Einen Swimmingpool haben wir im Garten leider nicht gefunden. Den hätten wir bei den Temperaturen der kommenden Tage gut gebrauchen können.
Abends wollten wir ein tunesisches Restaurant besuchen, aber unser Navigationsgerät wollte uns den richtigen Weg einfach nicht zeigen. Und andere geöffnete Lokale – Fehlanzeige. Dann entdeckten wir einen Pizzawagen. Also einen Lieferwagen mit eingebautem Holzofen. Und die Pizza war wirklich lecker. Da hatten wir nochmal Glück gehabt.
Mit einem kleinen Strickkurs beim Fußballgucken haben wir den Tag dann ausklingen lassen.





Das Wochenende war vorbei. Aber in Frankreich -zumindest in diesem Teil- war auch montags nahezu alles geschlossen. Geschäfte, Museen, Restaurants – alles zu. Trotzdem haben wir einen Ausflug nach Mornant, dem nächstgelegenen Städtchen, unternommen. Nach einem Rundgang gab es noch Plüschie-Selfie und dann sind wir wieder zurückgefahren. Allerdings haben wir dann doch noch ein geöffnetes Geschäft gefunden und konnten ein paar Leckereien einkaufen.
Nach dem Abendessen mit Bandnudeln und Melone zum Nachtisch wieder ein bisschen Fernsehschauen.



Am nächsten Morgen wurde mein Strickkurs fortgesetzt. Wir haben uns mit einer ganz besonderen Kante beschäftigt, deren Namen ich schon wieder verdrängt habe. Also halt mit einer Kante.
Nachmittags haben wir uns über kurvige Landstraßen Richtung Süden in den Naturpark der Pilat-Berge aufgemacht und sind dort zu einem Weingut -dem Weingut Roland Grangier in Chavanay- gefahren, wo der Wein wirklich gut war. Wir haben ordentlich probiert und dann ein Dutzend plus eine Weinflaschen in den Wagen geladen.
Auf dem Rückweg wurden wieder neue Vorräte gekauft und dann ging es zurück ins Ferienhaus, wo ein Gemüsecurry zubereitet wurde. Zum Nachtisch gab es Erdbeeren mit Sahne und wieder Fußball – war ja schließlich Weltmeisterschaft.








Für den nächsten Tag hatten wir Gäste zum Abendessen eingeladen. Da mussten bereits vormittags die Vorbereitungen gestartet werden. Nach einem zwischenzeitlichen Einkauf wurde es dann nachmittags hektisch in der Küche. Es mussten Salat und Ofenkartoffeln vorbereitet, Fleisch mariniert, Getränke kaltgestellt und Obst gewaschen werden. Da hatten wir alle Hände, Pfoten und Tatzen voll zu tun.
Nach dem Eintreffen der Gäste und einem Aperitiv ging es in den Garten zum Grillen und Essen. Endlich wieder ordentliche Fleischportionen.
Die Menschen haben sich dann ziemlich viel über ihre diversen Reisen ausgetauscht. Ein Thema, bei dem ich einiges beitragen konnte.
Nachdem die Gäste wieder gegangen waren, haben wir Plüschies noch beim Aufräumen geholfen.



Als nächstes stand ein Besuch der Partnerstadt vom Wohnort der Häkels auf dem Programm. Wir sind nach Grigny gefahren. Wir waren dort auf dem Markt und haben ein paar Einkäufe erledigt. Der eigentliche Marktplatz vor der Kirche war eine Baustelle, weil dort viele Bäume gepflanzt werden. Der Markt war deshalb auf den Parkplatz der Post ausgewichen.
Wir haben dann einen Spaziergang durch den Schlosspark zum Rathaus gemacht und wollten dort einen Stempel für meinen Reisepass ergattern. Der Bürgermeister, Xavier Odo, war leider nicht im Haus, wie uns die Empfangsdame erklärte, aber seine Stellvertreterin kam zu uns ins Foyer. Die Häkels kannten sie bereits persönlich seit ihrem ersten Besuch in Wettenberg. Sie verspricht, sich um einen Stempel für meinen Reisepass mit Unterschrift des Bürgermeisters zu kümmern.
Die Weinbar, die wir anschließend noch besuchen wollte, hatte leider geschlossen. Also ging es zurück zum Ferienhaus.


Unser nächstes Ausflugsziel war Mornant. Nach einem Besuch der Touristeninformation, wo wir mit zahlreichen Prospekten überhäuft wurden, sind wir in die Ortsmitte gegangen. Erst ein Besuch auf der Terrasse eines Bistros zum Kaffeetrinken und anschließend auf den Markt. Beim Imker haben wir nicht nur Honig gekauft, ich durfte auch ein Foto mit ihm machen.
Über die Mittagszeit sind wir zurück ins Ferienhaus, sind aber nachmittags nochmal nach Mornant gefahren. Das in einem der Prospekte angepriesene römische Viadukt konnten wir nicht finden. Also sind wir wieder in die Ortsmitte, um die Kunsthandwerkerstände im Innenhof des ehemaligen Gendarmeriegebäudes. Ich durfte an einem Stand zwei Cochonettes, also Zielbälle für da Boulespiel, aussuchen. Es ist wohl seit einiger Zeit „in“, diese individuell zu gestalten.





Am nächsten Tag war erstmal Bürotag für die Menschin – und das im Urlaub. Sie hat Sitzungsunterlagen für eine kommende Gemeindevertretersitzung durchgearbeitet und damit begonnen, Fotos und Infos meines Besuchs für meinen Tourmanager in diese digitale Wolke zu schicken.
Zum Abendessen sind wir nach Grigny gefahren. In einem Restaurant haben wir gut gefuttert und konnten dabei auf die Rhone und einen alten Fährturm schauen.
Mit gefüllten Bäuchen sind wir dann nochmal ins Ortszentrum gefahren, um im Schlosspark den Bürgermeister zu treffen, der wie versprochen meinen gestempelten und unterschriebenen Reisepass dabeihatte. Die Übergabe erfolgte feierlich mit Foto – wie es sich gehört.
Wie jedes Jahr am 21. Juni fand in Grigny die Fête de la Musique statt. Ein Musikfest mit Konzerten, Animationen und festlichen Umzügen. Das war am Vorabend der Veranstaltung im Schlosspark nicht zu übersehen.
Nach unserer Rückkehr in die Ferienwohnung haben wir noch ein bisschen Fußball geschaut. Es war Spieltag der deutschen Mannschaft.










Sonntag. Früh aufstehen und mit der Menschin für das Sonntagsfrühstück nach Andeol le Chateau Einkaufen fahren. Nach Besuchen beim Bäcker und beim Obst- und Gemüsestand ging es wieder ins Ferienhaus zum Futtern.
Obwohl die Wetterapp an diesem Tag vor extremer Hitze gewarnt hatte, sind wir nachmittags nach Vernaison an die Rhone gefahren, um uns das „Jeue des Joutes“ anzusehen. Das sind so eine Art Ritterspiele auf dem Wasser. Die Teilnehmer sitzen mit ihren Lanzen also nicht auf Pferden, sondern in Booten, und versuchen, sich gegenseitig ins Wasser zu stoßen. Dazu dann immer Trommelwirbel und Fanfaren. Witzig anzuschauen.
Nach zwei Stunden wurde es uns trotz Versorgung mit Softeis zu warm und wir machen uns wieder auf den Weg.
Nach dem Abendessen und einem leckeren Dessert aus Espresso, Sahne und Eishörnchen spielte dann noch der Feuermelder im Schlafzimmer verrückt. Da musste tatsächlich noch der Vermieter anrücken und sich kümmern.










Waschtag im Ferienhaus. Manni und ich helfen beim Waschen und Aufhängen der Wäsche, die bei den 38 Grad Höchsttemperatur relativ schnell wieder trocken wurde. Nachmittags haben wir beim Bauernmarkt unsere Vorräte aufgestockt.
Den Rest des Tages haben wir gechillt, unser Abendessen gefuttert und uns beim nächsten Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft eine Tüte mit leckeren Chips aus dem Bauernmarkt gegönnt.




Am nächsten Vormittag war wieder Hausarbeit angesagt. Das war aber ziemlich anstrengend wegen der andauernden Hitze.
Nachmittags haben wir uns dann doch nach draußen getraut und einen Ausflug unternommen. Wir sind Richtung Monts de Lyon gefahren und haben in Riverie einen ersten Zwischenstopp gemacht, um einen kleinen Rundgang durch das mittelalterliche Dorf zu unternehmen.
Die Fahrt ging anschließend weiter nach Saint-Martin-en-Haut. Mit nur 33,5 Grad und einem wehenden Lüftchen war es dort erträglich. Nach zwei Cappuccino in einem Bistro, dem Besuch der Touristeninfo und einem Einkauf in einer Apotheke haben wir uns langsam wieder auf den Rückweg gemacht.
Die Menschin hatte dann abends noch eine Videokonferenz und danach gab es endlich Futter. Erst Nudeln mit Soße und anschließend noch Eis.







Die Hitze greift um sich und macht sich auch immer mehr im Ferienhaus breit. Unsere Unternehmungslust ist dadurch ziemlich gebremst. Außer zum morgendlichen Einkauf beim Bäcker hält es uns den ganzen Tag im Ferienhaus. Die Menschin schreibt Infos für meinen Reisebericht auf und kümmert sich um das Protokoll ihrer letzten Fraktionssitzung.
Abends gewittert es, aber die Abkühlung hält nicht lange an. Wir vertreiben uns die Zeit am Abend mit futtern.


Auf dem Weg zum Bäcker in St. Andeol am nächsten Morgen haben wir einen kleinen Abstecher in den ehemaligen Schlosspark gemacht und dabei einen Trinkbrunnen entdeckt.
Insgesamt war der Tag hauptsächlich zum Packen und Aufräumen geplant. Weil es so warm war, waren die Pausen zwischendurch fast länger als die Aktivitäten.
Den letzten, für abends geplanten, Ausflug haben wir dann noch ausfallen lassen. Es wr einfach zu heiß.
Am Abend haben wir dann Reste aufgefuttert und uns das letzte deutsche Gruppenspiel bei der Fußball-WM angeschaut. Das war auch nicht gerade erfrischend.



Heimreise.
Es muss zeitig aufgestanden und gefrühstückt werden, damit wir bis halb Zehn abreisebereit sind. Der Vermieter nimmt die Schlüssel entgegen und dann brechen wir auf. Um die Zeit schon fast 30 Grad – puh!
Während der Fahrt zu unserem Zwischenziel an der Mosel zwischen Nancy und Metz steigt das Thermometer bis auf 40 Grad. Zum Glück nur außerhalb des Autos. Mit zwei Pausen schaffen wir unsere Strecke in etwa sechseinhalb Stunden und kommen am Nachmittag in Vandieres an. Unser Hotelzimmer befindet sich direkt unter dem Dach des Hauses. Es ist quasi eine Sauna!
Unser Abendessen haben wir im Hotelrestaurant und danach machen wir noch einen kleinen Rundgang durchs Dorf.





Nach der Saunanacht gab es morgens einen schnellen Kaffee auf dem Zimmer. Frühstück im Hotel musste wegen Personalmangel leider ausfallen. Also mussten wir unterwegs frühstücken.
Nach einer ersten Fahrtetappe von eineinhalb Stunden erreichten wir das Weingut Apel in Nittel. Dort gab es ein Frühstücksbuffet und im Anschluss an das Frühstück dann noch eine kleine Weinprobe. Mit zwei Kisten Wein zusätzlichem Gepäck im Auto ging es dann weiter. Nach einer weiteren kleinen Pause an einer Raststätte kamen wir dann am Nachmittag in Wettenberg an.
Es wurde noch das Auto ausgeladen und dann musste noch eingekauft werden. Danach waren wir dann so richtig angekommen und die Urlaubsreise damit beendet.





Am Tag nach der Rückkehr wurde einfach ein bisschen gechillt. Also zumindest habe ich das gemacht. Dann musste noch mein Reisekistchen vorbereitet werden, denn meine Weiterreise stand auch schon unmittelbar bevor.



Schon einen Tag später war es an der Zeit, dass ich mich von meinen Gastgebern verabschieden musste. Rein ins gepackte Reisekistchen und auf den Weg zum nächsten Gastgeber.
Vielen Dank, liebe Häkels, dass ich wieder bei euch zu Besuch sein durfte. Vielleicht bis zum nächsten Mal.
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