Ludwigs Abenteuer – Folge 152

Ludwigs Abenteuer – Folge 152

Nach zwei Tagen im Reisekistchen bin ich bei meinen neuen Gastgebern, Die Kaua, mschelterGC & ReiseElch, in Hamm / Westfalen angekommen. Eigentlich wollte ich sie schon im vergangenen Jahr besuchen, aber aus Gründen hatten sie eine größere geplante Reise um ein Jahr verschieben müssen. Und deswegen wurde mein Besuch auch verschoben – ich war schließlich von Anfang an als Reisebegleitung eingeplant.

Bis zur großen Reise waren aber noch ein paar Tage Zeit. Zeit, um sich kennenzulernen und ein paar kleine Abenteuer zu erleben. Kaua arbeitet in einem Krankenhaus, wohin ich sie begleiten und dort unterstützen durfte. Ich habe Tropfen gezählt, irgendwelche Werte von Messgeräten abgelesen, Tabletten sortiert und vor etwas unheimlichen Mini-Wasserschlangen posiert. Und alles, was gemacht wurde, musste natürlich auch noch akribisch notiert werden. Ich weiß gar nicht, wie Kaua die Arbeit normalerweise alleine schafft. Ach so, sie ist ja gar nicht immer alleine auf der Arbeit, denn ReiseElch ist auch ein prima Assistent im Krankenhaus. Und zu dritt haben wir den Job regelrecht gewuppt.

Den mschelterGC durfte ich auch zur Arbeit begleiten. Er hat mir gezeigt, wo das Internet gelagert wird. Wir waren in einem großen gesicherten Rechenzentrum und haben dort an den Servern rumgespielt…ähm…ich meine…seriös gearbeitet. Meine Aufgabe war es beispielsweise, einige Kabelverbindungen zu kontrollieren.

Dann mussten natürlich noch einige Dinge für die große Reise vorbereitet werden. Dabei habe ich mich ein bisschen zurückgehalten und lieber Dokus im Fernseher angeschaut.

So ging die Zeit bis zum Beginn der Reise schnell vorbei. Kaua und mschelter haben sich seit langer Zeit auf diese Reise gefreut, und ich kann verstehen, warum. Das kommende Reiseziel ist mir nämlich schon bekannt, denn ich habe vor einigen Jahren schon einmal eine ganz ähnliche Reise machen dürfen (s. Abenteuer Folge 84). Von der habe ich natürlich einiges erzählt und konnte damit die Vorfreude auf die Expeditionsreise in die Antarktis weiter steigern.

Einen Tag vor dem geplanten Flug über den Ozean sind wir bereits nach Frankfurt gefahren. Dort war eine Übernachtung geplant, um am nächsten Tag bloß nicht zu spät zum Abflug vor Ort zu sein. Da ich am Flughafen Frankfurt – genauer gesagt im Tower – ja schon mehrfach als Aushilfe gearbeitet habe, habe ich mal sicherheitshalber meinen Mitarbeiterausweis mitgenommen. Man weiß ja nie, wofür es gut sein könnte.
In Frankfurt haben wir dann in der Nähe vom Flughafen in ein Hotel eingecheckt, in dem man sein Auto mit auf den Balkon des Hotelzimmers nehmen kann. Man fährt mit dem Auto im Aufzug auf seine Etage und parkt außen vor dem Zimmer. Cool! Also das Auto in der 10. Etage geparkt und durch die Balkontür rein ins Zimmer.
Zur Stärkung nach der Autofahrt gab es zum Abendessen einen leckeren Burger und coole Drinks. Das Bett mussten wir dann übrigens mit HAIke und HAInz teilen. Aber sie waren ganz nett.

Den nächsten Tag konnten wir ruhig angehen lassen, da der Flug erst für abends geplant war. Nachdem wir das Hotel gegen Mittag verlassen haben, haben wir von verschiedenen Standorten am Flughafen Flugzeuge geschaut. Gerne wäre ich mit unserer Reisegruppe mal im Tower vorbei, aber das ging nicht.
Dann wurde es Zeit, das Auto abzustellen und mit dem Shuttle zum Terminal zu fahren. Die Sicherheitskontrolle war schnell erledigt; womöglich hat mein Flughafenausweis…
Die Wartezeit bis zum planmäßigen Abflug kurz nach zehn Uhr abends haben wir in der Lounge von Lufthansa verbracht. Wir durften das, weil wir in der Business Class geflogen sind.
Und dann ging es endlich los: Mit einem Jumbo nach Buenos Aires / Argentinien. Nach ein paar Schlückchen Sekt und einigen Snacks habe ich dann für ein paar Stunden im Flugzeug schlafen können.

In Buenos Aires angekommen, ging es erstmal zum Hotel. Von meinen beiden bisherigen Südamerika-Reisen wusste ich schon, wie der Tag ablaufen wird. Briefing mit Hurtigruten, ein bisschen was von der Stadt sehen, ins Hotel, frisch machen, wieder raus in die Stadt, abends ein paar Stunden schlafen und mitten in der Nacht wieder raus, um am Flughafen eine frühe Maschine nach Ushuaia zu besteigen. Und genau so war der Ablauf dann auch.
Im Gegensatz zu anderen Reisenden sind wir aber nicht mitten rein Buenos Aires gefahren, sondern haben uns im Umfeld des Hotels im alten Hafen der Stadt umgeschaut. Dort gibt es nicht nur einiges zu sehen, sondern auch ausreichend Futter für Reiselöwen. Sowohl aus der Kategorie „Fast Food“, als auch aus der Kategorie „Ordentlich Fleisch“. Mit vollem Bauch ging es dann ins Hotel, um wenigstens noch ein paar Stündchen die Augen zuzumachen.

Morgens um drei Uhr gab es ein kleines Frühstück und dann wurden wir schon zum Flughafen gebracht, denn der Abflug nach Ushuaia, ganz in den Süden Argentiniens, war für sieben Uhr geplant.
Nachdem wir unser Flugzeug bestiegen hatten, durfte ich noch kurz im Cockpit nach dem Rechten schauen.
Nach der Ankunft in Ushuaia ging es zur ersten „Bespaßung“ in den Nationalpark „Tierra del fuego“. Ich konnte meinen Gastgebern dort die schönsten Fotospots zeigen, denn hier habe ich in der Vergangenheit auch schon für tolle Bilder posiert.
Nach dem Besuch des Nationalparks dann endlich zum Schiff, der MS Fridtjof Nansen, um einzuchecken und die Abfahrt am frühen Abend herbeizusehnen.

Abfahrt am frühen Abend…hat nicht geklappt! Am nächsten Morgen waren wir noch immer in Ushuaia und das Schiff hatte sich keinen halben Meter bewegt. Irgendein Defekt, der erst noch repariert werden musste. Also nochmals Landgang in Ushuaia. Stadt anschauen und am Hafen in der Nähe des Schiffs „herumlungern“, um zu schauen, ob sich etwas tut.
Am späten Nachmittag dann endlich Anzeichen für ein baldiges Auslaufen. Und tatsächlich ging es dann abends auch mit einem Tag Verspätung endlich los.

Der nächste Tag Stand dann ganz im Zeichen der Durchquerung der Drake Passage. Die zeigte sich aber von ihrer ruhigsten Seite und so konnten die ganzen Passagiere sich auf die kommenden Tage vorbereiten. Einkleiden lassen, Klamotten reinigen und absaugen usw. Ich habe selbstverständlich meine Expeditionsjacke meiner ersten Antarktis-Expedition mit im Gepäck gehabt, war also schon eingekleidet. Am Abend gab es die Auslosung, wer während der Reise eine Camping-Nacht in der Antarktis verbringen darf. Wir waren dabei! Wahrscheinlich bringe ich Losglück. Auch bei meiner ersten Reise durfte ich mit zum Camping.

Mit den Schlauchbooten ging es am nächsten Tag nach Halfmoon Island. Endlich Pinguine persönlich begrüßen und das Flair der Antarktis genießen.
Nachmittags fing es dann an zu schneien. Die ideale Gelegenheit, um mein neues Schneemobil, dass mir MonaMöwe noch kurz vor der Reise geschenkt und zugeschickt hat, auszuprobieren. Das hat richtig Spaß gemacht, war dann irgendwann aber doch ein bisschen frisch. Aber ich bin ja kleidungstechnisch auf kaltes Wetter vorbereitet gewesen.

Nachdem mit Halfmoon Island erstmal „nur“ eine antarktische Insel besucht wurde, war einen Tag später dann das antarktische Festland dran – Portal Point. Anschließend haben Kaua und mschelterGC dann noch eine Schlauchboot-Tour durch die Wilhelmina Bay mitgemacht und dabei ein paar Wale beobachtet. Ich habe währenddessen ein bisschen im Liegestuhl gechillt.

Erstmal den Tag ruhig auf dem Schiff verbringen, sich nochmal gut stärken und abends dann ins Abenteuer. Das war mein Programm des nächsten Tages. Nach dem Abendessen mit ordentlich Fleisch auf der Gabel ging es zum Camping in die Paradise Bay.
Wir wurden mit den Schlauchbooten auf eine kleine Insel gebracht und wurden dort schon vom Organisationsteam erwartet. Ohne große Pause wurde mit dem Zeltaufbau in eisiger Kälte begonnen und Einweisungen für die Menschen in die portablen Toiletten durchgeführt.
Nachdem wir uns ins Zelt zurückgezogen hatten, genossen wir die Ruhe. Nun ja, bis auf das Geschnarche aus den Nachbarzelten war es ruhig. Am frühen Morgen leuchtete der Himmel auf einmal hell auf – was das wohl war?
Um fünf Uhr wurden alle Camper geweckt und es ging ans Abbauen und Aufräumen.
Zurück auf dem Schiff gab es heiße Getränke und Frühstück. Danach wurde dann Schlaf nachgeholt, während die Nicht-Camper ihren Landausflug machten. Und für die Menschen war nachmittags dann wieder Schlauchboot-Tour angesagt.

Am nächsten Tag erreichten wir Deception Island. Nach einem chilenischen Eintopf zum Mittagessen an Deck setzten wir auf Deception Island über. Dort gab es viele Pinguine und Robben zu sehen. Und die Menschen hatten etwas ganz Verrücktes geplant: Polar Plunge. Die sind doch tatsächlich in das nur ein Grad kalte Wasser, um zu schwimmen. Ich sollte mitkommen, aber ich war mir nicht sicher, wie das meinem Fell bekommen würde. Also habe ich nur zugeschaut.
Mit der Abfahrt von Deception Island haben wir dann auch die Antarktis verlassen und die Reise ging weiter Richtung Falkland-Inseln.

Auf dem Weg zu den Falkland-Inseln standen nun zwei Seetage auf dem Reiseprogramm. Die Zeit haben wir für kulinarische Aktivitäten, Stiefelputzen und Vögel gucken an Deck genutzt.
Die Drake Passage meinte es wieder gut mit uns und war ruhig. Auch wenn es in der zweiten Nacht etwas schaukeliger wurde, war alles noch im Bereich des Erträglichen.

Wegen des Windes konnte das Schiff nicht wie geplant in Stanley einlaufen, also musste von einem weiter entfernten Punkt aus getendert werden. Mit Geländefahrzeugen sind wir dann im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein zum Volonteer Point gefahren, um dort eine Kolonie von ca. 1.500 Königspinguinen zu besuchen. Zweieinhalb Stunden Fahrt bis dorthin. Aber es hat sich gelohnt, um die schönen Tiere in dieser Anzahl zu sehen.
Nachdem wir die ganze Strecke dann wieder zurückgefahren waren, hatten wir noch eine Stunde Zeit, um uns Stanley anzuschauen. Danach ging es wieder zurück aufs Schiff.

Der Wind hat uns am darauffolgenden Tag einen Strich durch die geplanten Landgänge gemacht. Wir mussten wohl oder übel an Bord bleiben. Für mich war das die Gelegenheit, nach dem Frühstück endlich mal den wichtigsten Mann an Bord persönlich zu treffen – den Küchenchef. Ich habe ihn für das gute Essen an Bord gelobt, aber auch darum gebeten, mal über die Aufnahme von Zebrafilet auf die Speisekarte nachzudenken.
Wer Fotos mit dem Küchenchef macht, der wird sofort als VIP erkannt. Deswegen wollten dann auch noch andere Crewmitglieder mit mir ein Foto machen. Das habe ich gerne gemacht – Nähe zu den Fans ist wichtig!

Am nächsten Tag konnte man dann wieder an Land. Wir waren auf New Island und haben dort Rockhopper Pinguine und Albatrosse angeschaut. Die Menschen waren von den Albatrossen so begeistert, dass sie einen adoptiert haben. Also nicht wirklich, um ihn mit nach Hause zu nehmen, sondern nur virtuell, zur Unterstützung der Albatrosse.

Nach einem Seetag kamen wir in Puerto Madryn an. Das erste Mal seit zwei Wochen, dass wir nicht tendern mussten, sondern einfach so von Bord gehen konnten. Es war kein Ausflug geplant und so sind wir einfach entlang der Promenade entlang flaniert und haben sogar Robben getroffen. Und das bei allerbestem Wetter.
Wieder an Bord wurde es Zeit, auch mal den Pool des Schiffes zu testen. Da die Temperatur dafür mittlerweile – weit genug weg von der Antarktis – angemessen war, war das ein schönes Vergnügen.

Jetzt waren es noch zwei Tage bis zum Zielhafen in Buenos Aires. Zeit genug, um das Leben an Bord noch ein bisschen zu genießen, eine Foto-Session mit den gesammelten Handtuchtieren zu machen, einfach zu entspannen und langsam Abschied vom Schiff zu nehmen.

Wieder in Buenos Aires angekommen war noch Zeit, um eine kleine Stadtrundfahrt zu unternehmen, bevor wir zum Flughafen mussten. Dort bekamen die Menschen ein lukratives Angebot, um den Flug auf First Class umzubuchen. Das haben sie angenommen, und so war der Flug noch entspannter als auf dem Hinweg in der Business Class. Über den Wolken speisen wie im Restaurant – super!
Nach der Landung ging es dann mit dem Auto auch sofort weiter Richtung Hamm.

Und mit der Rückkehr nach Hamm ging dann auch meine Besuchszeit dem Ende entgegen. Es blieb noch ein bisschen Zeit, um die gewonnenen Eindrücke auszutauschen. Aber dann musste so langsam an meine Weiterreise gedacht werden.

Es war mir eine Ehre, euch auf eurer „Reise eures Lebens“ begleiten zu dürfen. Ich freue mich schon darauf, euch im nächsten Jahr wieder besuchen zu dürfen. Also bis dann!


Da im Reisebericht nicht immer alle Bilder untergebracht werden können, könnt ihr alle Bilder dieses Abenteuers hier bestaunen:


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12. Twitter-Reise, 4. Station

Ludwig ist zu Gast bei @Roehrberto in Ulm. Die Weiterreise ist für den 03.06.2024 geplant. Dann geht es weiter zu @Diana23577 nach Remscheid.

-1- Reisebericht(e) ausstehend.

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Neueste Kommentare
  1. Hallo und Guten Morgen ☕🥞🥐, Ludwig_Loewe du warst ja in meiner Geburtsstadt Heidelberg 😻 wohne da ja so 20km entfernt.